Die ersten 100 Tage in der Nachfolge
Die ersten 100 Tage als NextGen: Was tun – und was besser lassen?
Der Start in die Rolle als Nachfolger:in in einem Familienunternehmen ist eine besondere Phase. Zwischen offiziellem Titel und informeller Realität, zwischen großen Erwartungen und noch wenig eigener Gestaltungsmacht. In meinen Beratungen mit Nachfolger:innen höre ich häufig dieselbe Frage:
„Was sollte ich in den ersten 100 Tagen unbedingt tun – und was besser nicht?“
Eine gute Frage. Denn diese Zeit ist entscheidend. Nicht, um alles auf einmal zu verändern – sondern um die Grundlagen für eine erfolgreiche Zukunft zu legen.
Was sollte man in den ersten 100 Tagen unbedingt tun?
✅ Zuhören, beobachten, verstehen.
Bevor Veränderungen angestoßen werden, lohnt es sich, genau hinzuhören. Wie ticken die Mitarbeitenden? Wo liegen stille Konflikte? Welche Strukturen funktionieren – welche nicht?
✅ Beziehungen aufbauen.
Die informellen Gespräche, der Kaffee in der Teeküche, der Gang durch die Werkhalle – all das liefert mehr Einblick als viele Berichte. Nähe schafft Vertrauen – und Vertrauen ist das Fundament jeder Führung.
✅ Erwartungen klären.
Gerade in Familienunternehmen ist oft nicht klar, was wer eigentlich erwartet. Der offene Austausch mit der Vorgängergeneration und weiteren Schlüsselpersonen ist ein wichtiger Schritt, um Missverständnisse zu vermeiden.
✅ Orientierung geben.
Auch wenn man selbst noch dabei ist, sich zu orientieren: Eine klare Haltung, Transparenz über die eigene Lernkurve und ein authentisches Auftreten helfen dem Team, sich auf die neue Führung einzustellen.
Was sollte man besser lassen?
⛔ Aktionismus.
Schnelle Veränderungen ohne Kontext führen oft zu Irritation oder Widerstand. Wer zu früh zu viel verändert, ohne die Historie und Dynamik zu kennen, gefährdet Vertrauen.
⛔ Alle Erwartungen erfüllen wollen.
Es ist nicht möglich – und nicht nötig –, es jedem recht zu machen. Eine klare Positionierung ist wichtiger als Harmonie um jeden Preis.
⛔ Die Rolle des Vorgängers kopieren.
Die neue Generation bringt neue Perspektiven mit – das ist gewollt. Eine gesunde Abgrenzung von der Vorgängerrolle hilft dabei, den eigenen Führungsstil zu entwickeln.
⛔ Entscheidungen aus dem Bauch heraus.
Gerade in der Anfangsphase ist es sinnvoll, sich Rückversicherung zu holen und Entscheidungen gut zu reflektieren. Nicht alles muss sofort entschieden werden.
Fazit: Die ersten 100 Tage als Nachfolger:in sind keine Bühne – sondern ein Fundament.
Diese Zeit entscheidet nicht über alles – aber über vieles. Wer sie bewusst gestaltet, schafft Vertrauen, Orientierung und Klarheit – für sich selbst und für alle anderen.
Du bist gerade am Anfang deiner Nachfolge oder begleitest jemanden auf diesem Weg?
Dann lass uns ins Gespräch kommen. Ich begleite Nachfolger:innen und Familienunternehmen dabei, diesen Übergang klug, menschlich und strategisch zu gestalten.
Nehmen Sie Kontakt auf:
Wenn Sie Fragen zu diesem Vortrag oder zu Ihrer persönlichen Nachfolgeplanung haben, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.
Im Rahmen eines unverbindlichen Erstgespräches können wir gerne die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit besprechen.



